Langanhaltender Stromausfall – Information und Verhaltensempfehlungen
Ein langanhaltender Stromausfall (auch „Blackout“ genannt) ist eine ernstzunehmende Krisensituation, die große Teile der Infrastruktur betreffen kann. Neben dem Ausfall von Licht und elektrischen Geräten können auch Heizung, Wasserversorgung, Telekommunikation und der Zahlungsverkehr eingeschränkt oder vollständig unterbrochen sein.
Ursachen und Auswirkungen
Ein länger andauernder Stromausfall kann verschiedene Ursachen haben, etwa:
- Extreme Wetterereignisse wie Stürme oder Hochwasser
- Technische Störungen im Stromnetz
- Überlastung der Energieversorgung
- Sabotage oder Cyberangriffe
Die Folgen sind weitreichend: Kühlsysteme fallen aus, Lebensmittel verderben, Tankstellen funktionieren nicht mehr und auch Geldautomaten sowie elektronische Kassensysteme sind außer Betrieb. Informationen sind oft nur noch eingeschränkt verfügbar.
Hinweis geben: Notruf funktioniert wahrscheinlich nicht mehr!
Vorsorge für den Ernstfall
Eine gute Vorbereitung ist entscheidend. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich auf mehrere Tage ohne Strom einzustellen.
Wichtige Vorsorgemaßnahmen sind:
- Lebensmittelvorrat für mehrere Tage (haltbare Produkte)
- Trinkwasser (ca. 2 Liter pro Person und Tag)
- Taschenlampen und Ersatzbatterien
- Batterie- oder Kurbelradio, um Informationen zu empfangen
- Powerbanks oder geladene Ersatzakkus
- Kerzen und Streichhölzer (vorsichtig verwenden)
- Erste-Hilfe-Set und wichtige Medikamente
- Bargeld, da Kartenzahlung oft nicht möglich ist
Verhalten während eines Stromausfalls
Wenn der Strom ausfällt, ist besonnenes Handeln wichtig:
- Ruhe bewahren und Situation prüfen
- Sicherungen im Haushalt kontrollieren
- Nachbarn einbeziehen, besonders hilfsbedürftige Personen unterstützen
- Elektrische Geräte ausschalten, um Schäden bei Wiedereinschaltung zu vermeiden
- Kühlschrank und Gefriertruhe möglichst geschlossen halten
- Informationen über Radio oder offizielle Kanäle verfolgen
Kommunikation und Information
Bei einem längeren Stromausfall können Mobilfunknetze ausfallen oder überlastet sein. Deshalb ist ein batteriebetriebenes Radio besonders wichtig. Auch Warn-Apps wie NINA Warn-App oder KATWARN sind hilfreich, solange das Mobilfunknetz funktioniert.
Sicherheit im Haushalt
- Offenes Feuer (Kerzen) niemals unbeaufsichtigt lassen
- Vorsicht bei der Nutzung von Notstromaggregaten – nur im Freien betreiben (Gefahr durch Abgase)
- Ein Notstromaggregat produziert bei der Verbrennung von Treibstoff giftige Abgase, darunter vor allem Kohlenmonoxid (CO).
- Kohlenmonoxid ist gefährlich weil, es unsichtbar und geruchlos ist. Man merkt nicht, dass man es einatmet. Schon geringe Mengen können tödlich sein.
- In geschlossenen Räumen sammelt sich das Gas schnell an, weil es nicht entweichen kann.
- Die Betroffenen klagen über Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit und sind nicht mehr ansprechbar. Ohne schnelle Hilfe können sie daran ersticken.
- Deshalb sollten Notstromaggregate immer nur im Freien betrieben werden und niemals in geschlossenen Räumen wie beispielsweise Keller und Garagen.
- Keine improvisierten Heizquellen in Innenräumen verwenden (Brand- und Vergiftungsgefahr)
Nach dem Stromausfall
Wenn die Stromversorgung wiederhergestellt ist:
- Geräte schrittweise wieder einschalten
- Lebensmittel auf Haltbarkeit prüfen
- Informationen zu möglichen Folgeschäden beachten